(M) Ein Dorf trägt weiß*

Endlich Schnee , rufen die Kinder die an der Ampel warten. Sie haben es eilig über die Straße zu kommen, denn auf der anderen Seite warten schon zwei andere Kinder auf sie.

Während die beiden Mütter noch ermahnend ihren Sprösslingen nachrufen, sie sollen aufpassen, sind diese schon verschwunden. Schließlich haben sie es eilig. Der Schnee kann nicht warten und die Kinder schon gar nicht. Sie sind glücklich, denn nun gibt es endlich wieder etwas zu erleben und zu sehen und sich im Schneehaufen zu Ahlen, vielleicht sogar noch eine Schneemann zu bauen. Die Schule fällt aus, wegen Corona und dem seit Wochen andauernden Lockdown und so sind die Kinder selig, endlich aus dem Haus zu können.

Der kleine schmale Weg zur Dorfmitte lässt mich mächtig stapfen und inzwischen habe ich sogar schon nasse Ränder an meinem Hosensaum. Hier wurde ebensowenig eine Räumung gemacht wie auf den restlichen normalen Straßen bei uns im Dorf. Der Winterdienst ist mal wieder wie bekannt überlastet. Wir haben hier neben viel zu wenig Schnee und dann auch viel zuwenig Räumfahrzeuge für die kleinen Dörfer.

Ob der Schneehaufen wegen dem Parken gefragt hat, bevor er sich hier breit gemacht hat ?

Was für ein herrliches Gefühl muss es für die Kinder sein, durch den Schnee zu stapfen, sich auf die großen Haufen am Strassenrand zu werfen und dabei sich gegenseitig dicke Schneeballen hinterherzuwerfen.

Es ist schon eine große Weile her, dass wir hier am See im Januar Schnee bekommen haben. Die Klimatischen Verhältnisse geben das nicht so unbedingt her. Sie machen einem herrlichen Winter nach wenigen Stunden immer den Gar aus. Matsch, oder nur leicht gepuderte Dächer sind uns allen mehr vertraut. Doch in diesem Jahr 2021 öffnete der Himmel seine Schleusen und binnen 24 Stunden trug unser Dorf weiss. Ich will ja nicht unken…aber vielleicht hat in diesem Jahr Frau Holle endlich mal wieder eine richtige Hilfe , dass ihre Betten fleissig geschüttelt werden.

Radolfzellerstraße

Auch für mich ist es wunderschön , durch den Ort zu laufen und all die Häuser, Gässchen, Gärten, die Sträucher und Wiesen in so einem anderen Kleid zu sehen. Hier kenne ich, wie man immer so schön sagt, jeden Baum und jeden Strauch. Aber ich kenne viel mehr, jede Gasse, den Dorfbach den Weg zum See, die Streuobst Wiesen, den Steinbruch, den Aussiedler Hof, die Überreste der alten Mühlen und natürlich die Kapelle und den Naturschutzpfad unter der Autobahnbrücke. Doch das Kleid, das jetzt unser Dorf trägt, ist schon etwas besonderes . Also mache ich mich auf meinen obligatorischen Spaziergang. Was ich hier so alles sah und erlebte, habe ich in meine Bildern festgehalten. Wer Lust hat kann mich begleiten.

Gnadenseestraße
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