Friedlinde Pfeffersack

MIAU …und Guten Morgen

Heute ist schon wieder Sonntag. Das finde ich gut. Da habe ich es immer sehr gemütlich, wenn mich niemand stört…  

Herrje, entschuldigt, ich habe mich gar nicht vorgestellt. Ich bin Friedlinde Pfeffersack, die Katze aus der neuen Geschichte und die Freundin von Kater Leo. Ihr wisst doch, der Kater mit dem gestreiften Pullover. Was, Kater Leo kennt ihr nicht? Das ist aber schlecht, geradezu eine Bildungslücke. Bei Gelegenheit werde ich euch mal von ihm erzählen. Aber heute habe ich ausnahmsweise keine Zeit für solche Mätzchen. Nur so viel! Der Kater Leo ist in dem Buch mit den Gute Nacht Geschichten der Kinder und natürlich mein Freund.

Leo wohnt bei Mathilda in Wäschebeuren… bei der kleinen Ballerina. Doch davon ein andermal. Ihr könnt ja im Blog mal nachsehen, da findet ihr die beiden.
Übrigens, gute Freunde nennen mich Friedl…, aber Schluss jetzt…, ich habe jetzt keine Zeit mehr, habe zu tun.

Ich muss schnell noch den Morgentee leer „pfodern“…., das geht mit einer Pfote nicht so schnell. Da habe ich es nicht so leicht wie die Menschen, die einfach die Tasse an den Mund führen und dann gehts auch schon los mit schluck, schluck, gluck und dann haste nicht- siehst schon ist die Tasse auch leer.

Ihr müsst wissen die Schreiberin dieser Geschichte muss am Morgen immer den Tee und die kleinen weissen Bonbons nach Friedenau schicken. Friedenau ist ein Stadtbezirk in einer großen Stadt. Dort wohnt der Opa von Mathilda. So lange die Schreiberin das jeden morgen macht, habe ich meine Ruhe und kann mich um die Morgenzeitung kümmern, die ein sehr netter Zeitungsbote täglich in unseren Internet Kasten steckt.

Früher war das noch ein wenig anders. Da war die Zeitung einfach im Briefkasten hinter der Haustüre. Dann wurde sie in die Küche geholt und beim Frühstück hat jeder einen Teil davon bekommen. Ich sage euch das war toll. Wenn dann ein Teil davon nach unten auf den Boden fiel, da war ich wie ein geölter Blitz zur Stelle.

Schnell setzte ich mich auf die Zeitung, oder ich legte mich sogar mit meinen vorderen Pfoten drauf, was ganz spannend war. Und dann war da immer so ein Fiesling, der mir die Zeitung streitig machen wollte. Aber so nicht, das ist meine Zeitung. Ich Friedlinde bin schliesslich der Herr, besser gesagt die Herrin im Hause und habe das sagen. Nun begann das Zerren und ziehen. Jeder von uns wollte ja seinen Teil von der Zeitung sichern. Oh wie schön das raschelt, da könnte ich glatt mich der länge nach hinlegen und einschlafen. Aber das geht nicht. Ich muss ja das Objekt der menschlichen Begierde verteidigen. Und das tue ich und zwar richtig! Nicht mal wenn es schelte gab , konnten sie mir die Zeitung wegnehmen. Es machte Riesenspass so lange bis Stück für Stück die Zeitung in Fetzen gerissen war. Jeder von uns riss was das Zeug hergab. Das war mein super Fitness Programm für den Morgen. Aber klar das versteht ihr nicht. Müsst ihr auch nicht. Egal!

Heute ist das mit der Zeitung schon viel Schwieriger. Nicht mehr alle haben in ihrem Postkasten am Morgen die Tageszeitung. Und wenn einer noch eine im Post Kasten hat muss er sich beeilen, dass sie nicht plötzlich Füsse bekommen hat und davon gelaufen ist, besser gesagt an „Versschwindibus“ gelitten hat.

Unser Morgenzeitung bei mir zu Hause ist im Internet Kasten, Na ja, es ist eben so. Leider habe ich nun kein Fitness Programm mehr, weil der Zeitungsbote, der ja ein sehr netter Mensch ist sie in die Mail stopft. Aber ich wäre nicht eine Katze und dazu noch eine richtig kluge Katze und hieße nicht Friedlinde Pfeffersack, wenn ich nicht auch eine tolle Idee hätte, wie ich an mein tägliches Wurstblatt und die Fitness Stunde bekommen könnte.

Also, wie schon gesagt, ich muss nicht mehr vor dem Briefkasten stehen und warten bis einer das Morgenjournal herausholt. Für uns hier liegt es in der Mail oder in den Nachrichten auf dem Smartphone. Jetzt ist das ein wenig doof. Ich als Friedlinde habe kein Smartphone. Ich weiss auch gar nicht ob es sowas schon für Katzen gibt. Es kommen immer zuerst die Menschen in den Genuss von Neuem, an uns arme Haustiere denkt keiner.
Besser ich mach mir fürs Erste darüber mal keine Gedanken. Aber ich hieße wie schon erwähnt nicht Pfeffersack, wenn ich nicht eine Idee hätte wie ich an meine Morgenzeitung komme. Wir haben ja ein richtiges Büro, so wie das auch manche Firmen haben. Dort steht ein Computer. Und davor liegt eine herrliche weise Tastatur. Glaubt mir von hier aus sich die Zeitung anzusehen macht fast genau so viel Spass, aber nur fast, wie sie zu zerfetzen. Da lege ich mich einfach auf die Tasten, wenn ich genug in die Gegend geschaut habe blinzele ich mal so ganz langweilig, mache ich die Augen zu., doch zuvor strecke ich mich aber in meiner ganzen Länge noch aus. Das ist herrlich da kommt keiner mehr ins Internet. Ich bewache es so fest während ich schlafe, und keiner traut sich mich davon wegzuholen.

Ich gestehe ja, das zerfetzen der Zeitung fehlt mir manchmal schon ein wenig. Aber da ist noch Frau Berta Wilhelmine Schlotterbeck unsere Nachbarin. Die wohnt genau gegenüber unserer Wohnungstüre. Frau Berta wie wir immer zu ihr sagen bekommt die Zeitung noch in ihren Briefkasten. Weil ich das weiss setze ich mich öfter mal auf ihre Fussmatte und warte bis am Morgen der Zeitungsbote kommt. Der streichelt mir dann über meinen Kopf, erzählt mir wie draussen das Wetter ist und dass er heute wieder ziemlich nass nach Hause kommt. Und dann auch noch wieviel Katzen heute schon auf seinem Rundgang ihm begegnet waren. An solchen Regentagen natürlich keine, aber das wusste bereits. Nun streiche ich ihm um seine Beide, was er sehr mag und toll findet. Wir plaudern noch ein wenig von Katze zu Zeitungsbote, bevor er dann weitergeht reibe ich noch ein wenig meinen Kopf an seinem pitschnassen Hosenbein, worauf nochmal eine Streicheleinheit für mich abfällt und dann ist er auch schon weg. Er hat es ja eilig, die Leute wollen pünktlich Ihre Morgenzeitung.

Ihr müsst wissen, den Zeitungsboten mag ich schon sehr! An manchen Tagen stehe ich warte ich an der Haustüre auf ihn, denn wenn ich nicht rechtzeitig da bin verpasse ich ihn, das wäre schade. Oft ist es noch dunkel, natürlich darf es nicht regnen, das mag ich gar nicht. Das bekommt meinem Fell nicht so besonders und Friedlinde Pfeffersack hält auf sich wie ihr wisst. Schönheit ist alles für sie außer dem Zeitungsboten, Frau Berta und noch ein paar andere Dinge die ihr nicht zu wissen braucht.

Was sagt ihr, das sei dumm, weil warten langweilig ist. Und überhaupt! ich sag’s ja, Ihr habt einfach keine Ahnung von Katzen und schon gar nicht von dem Seelenleben einer Friedlinde. Für mich ist warten nicht langweilig! Im Gegenteil ich bin eine gute Beobachterin . Das solltet ihr Menschen auch mal für euch in Anspruch nehmen. Ihr würdet erkennen, dass das eine tolle Lebensphilosophie ist. Na ja, manchmal wenn es zu lange geht, lege ich mich dann doch im Hausflur auf die Fussmatte von Frau Berta Wilhelmine Schlotterbeck, da ist es gemütlicher.

Doch jetzt muss ich euch noch von meinen Plan der Idee erzählen. Die alte Dame ist reizend, lieb und freundlich. Es gibt Streicheleinheiten und immer hat sie Leckereien für mich bereitgestellt. Das Beste aber kommt noch. Bei ihr darf ich meine Morgenroutine und das Fitnessprogmm weiter machen und sie macht dabei mit. Sie hat fast immer Zeit für mich. Dann lesen wir zusammen die Morgenzeitung, Blatt für Blatt bis kein Buchstabe mehr zu finden ist. Es wird zerfetzt, umher geschmissen, betatscht, zerknüllt und mit Anlauf grosse Stücke durch das ganze Zimmer geschoben bis wir erschöpft sind. Ein Vergnügen! Weihnachten Ostern und Geburtstag zusammen könnte nicht schöner sein. Nach diesem Sportlichen Vormittag gibt es noch ein Leckerli für mich und für Frau Berta eine Tasse Café. Danach trottle ich von dannen zu meiner Familie die auf der selben Etage im Paterre gegenüber von Frau Berta Wilhelmine Schlotterbeck wohnt.



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