Lebensraum Bodensee 1

Prolog

Unter dem Titel „Lebensraum Bodensee“ einer Landschaft, die seit mehr als fünfzig Jahren meine Wahlheimat gewordene ist, ihr möchte ich diese Beitragsreihe widmen. Den ersten Abschnitt beginne ich mit einem „Portrait“ *Konstanz anno dazumal*. Die dafür ausgewählten Bilder stammen aus alten Kalendern, die ich vor vielen Jahren von meinem Mann geschenkt bekam. Es folgen weitere Beiträge, die über Besonderheiten aus den Dörfern, Städten, dem dazugehörenden Umland, mit kleinen Geschichten und Begebenheiten, über die Kulturgüter die Beziehungen zur Landschaft und ihren Menschen, rund um den See berichten. Alles zusammen bildet eine ganz eigene Lebensgemeinschaft, die es lohnt ein wenig aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

„ Die Wirtschaftsregion Bodenseekreis- steht in jeder Beziehung ganz oben im Süden,“ so lautete ein Zitat aus einem Reiseführer. An dieses Zitat möchte ich anknüpfen, denn Wasser, Berge, berauschende Landschaften moderne Infrastruktur all das bietet diese Region. Mediterraner Charme gepaart mit dem Mythos einer Kulturlandschaft, die vor langer Zeit als die Mitte Europas galt deren Kunstschätze, Bibliotheken, Kirchen, Kapellen und Klöster mit der romanischen und barocken Pracht, heute zum Weltkulturerbe zählen, all das begegnet uns auf Schritt und Tritt, wenn wir die Rundreise um den See antreten. Dort wo heute beste Freizeitmöglichkeiten und höchste Lebensqualität den Menschen in der Region ebenso wie den Gästen geboten wird, hinterließen einst Fürsten und Äbte, Maler, Dichter, Musiker und Schriftsteller ihre bis heute überdauernde Handschrift. Sie alle prägten einst die Region. Ohne sie wäre soviel Kulturgut nicht entstanden. Aber vergessen wir nicht die Menschen die im Alltag mit ihrem unermüdlichen körperlichen Einsatz, den Naturgegebenheiten und dieser Gegend all das abgetrotzt haben und dadurch den Grundstein für eine reiche blühende Landschaft gelegt haben.

Die teilweise heute noch beschauliche Gegend, in der sich wie man glauben mag, nicht viel bewegt, schafft selbstzufriedene Menschen an einem Multikulturellen See. Wenn sich nun doch einmal etwas bewegt, besonders während der Frühjahrs -und Winterstürme dann verschanzen sich die „Landratten“ in ihren warmen Stuben und überlassen nur Hartgesottenen den See und die Natur. Doch danach ist alles wieder beim Alten.

Wasserspiele Mainau

Hier am See scheinen die Uhren langsamer zu gehen. Man ist mit recht stolz auf die Randlage, in der Badener, Schwaben, oder besser gesagt Württemberger, Bayern, Schweizer und Vorarlberger wie zufällig von der Geschichte, als Seeanrainer, in verschiedene Länder und Stämme sortiert wurden. Ihnen zusammen ist mehr gemein als sie wahrhaben wollen und ihnen oft lieb ist. Ihre bedächtige gelassene Geschwätzigkeit, verbunden mit einem kleinen Tropfen Eitelkeit um das Wissen, genießen zu können, trotzdem gerne unter sich bleibend, aber steht ihre Neugierde Fremden gegenüber zu befriedigen Wissens, das ist ihre Lebensart.

Wenn die Strandbäder schließen, mit ihnen die Sommergäste abreisen, das Laub fällt und die weiße Flotte ins Winterlager zur Überholung ausläuft, einer Zeit in der die Palmen der Insel Mainau nur noch im Winterquartier überleben, sind die Einheimischen wieder unter sich. Mit Freunden und Nachbarn trifft man sie dann in den Weinstuben, bei einem Riesling. Nebelschwaden überlagern den See und die Feuchtigkeit kriecht in die Knochen, und schlägt aufs Gemüt. Böse Zungen nennen das nun die Seedepression. Doch diesen Rückzug geniessen die mit dem See verbundenen. Es ist eine Winterruhe der besonderen Art, wenn dann auch noch die Buchten zwischen der Insel Reichenau und Allensbach, für einige Tage die leicht gefrorenen Oberfläche für die Schlittschuhbegeisterten frei gibt. Jetzt endlich gehört ihnen der See ganz allein.

Schließlich kommt die Zeit der Guggenmusik und des Mummenschanz. Die Trübnis ist überstanden und der nächste Sommer samt Feriengäste kommt bestimmt. Spätestens dann erfasst die „Faszination See“ wieder die Einheimischen und Gäste gleichermaßen. Dann bewahrheitet sich wieder einmal das Zitat, von dem über die Grenzen hinaus bekannten Konstanzer Hellmut Fassnacht, das die Seeanrainer durch ihre Randlage immer wieder mit stolz erfüllte, „Ich bin der Karle Dipfele von Deutschlands letztem Zipfele“. Ein Satz mit dem er immer seine Humoristischen Auftritte zur Fasnacht begann und wofür er rauschenden Beifall erhielt.

Mit der warmen Jahreszeit kehren Ausflügler, Urlauber, Kunst- und Kultursuchende, ebenso wie Open Air begeisterte, Wassersportler, Badenixen aus Norden, Westen Osten ja, sogar aus dem warmen Süden zurück an das schwäbische Meer. Hier findet dann jeder sein Plätzchen. Die einen auf dem See, die andern im Strandbad, wieder andere in den vielen Museen, Kirchen, Klöstern, Schlössern oder auf der Mainau und all den andere Sehenswürdigkeiten. Sie begeistern ebenso wie die zahllosen Wanderwege in den Waldgebieten, oder auf den allzeit beliebten Fahrrad -oder Mountainbike Touren. Nicht zu vergessen die Kulinarischen Feinheiten der vielen Gasthöfe, Restaurants und Cafés. Die Landwirtschaft, mit den ökologischen Anbaumethoden und die Vielfalt der frischen exzellenten Produkte versorgen zwei Millionen Menschen der Seeregion das ganze Jahr über.

Dann haben die Köche rund um den See in der Gastronomie das „Sagen“. Aus heimischen Produkten unterschiedlichster Art werden mit herrlichen Schmankerl die Gaumen der Gäste gekitzelt. Da trifft das Vorarlberger Rind auf die Schwäbischen Maultaschen, der bayrische Leberkäse setzt dem eidgenössischen Geschnetzelten dagegen, der fruchtige badische Most aus Bodensee Äpfeln, fühlt sich in seinem Glas, neben einem mineralischen Müller Thurgau aus Meersburg ebenso wohl, wie der komplexe Spätburgunder aus Stein am Rhein. Die kulinarische Vielfalt ist schlichtweg grandios. Daran besteht kein Zweifel. Hier lebt man in einem Schlemmerland par excellence.

Machen Sie sich nun mit mir auf den Weg. Lassen Sie sich von der Vielfalt und dem Charme, dem Lebensraum Bodensee inspirieren. Genießen Sie jede der Überraschungen die Ihnen auf Ihren Erlebnissen in der Natur, den Begegnungen mit den Menschen, den wundervollen geschichtlichen und Kulinarischen Besonderheiten begegnen und nehmen Sie das wundervolle Lebensgefühl mit nach Hause.

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