Familie Maus

Henriette Friederike fiel erschöpft in die Kissen. Wieder einmal hatte sie einen langen anstrengend Tag gehabt und noch war er nicht zu Ende. Die Drillinge mussten noch vom Kindergarten abgeholt werden, etwas zu Essen brauchten sie auch noch, und dann ab ins Bett. Ach ja, essen! Heute hatte sie keine große Ausbeute im Keller, dem Vorratsraum und in der Küche gemacht. Die alte Dame bei der sie sich einquartiert hatte war ihr wohl auf die Schliche gekommen. Außerdem war diese mal wieder nicht einkaufen gewesen. Sie sagte wohl neulich zu ihrem Schwager als er sie besuchte, etwas von einem Virus, der sie von dem einkaufen abhalten würde. Man müsse dort mit Mundschutz hingehen und das gefiele ihr überhaupt nicht.

Wie nötig sie gerade jetzt, seit die Kleinen geboren waren doch die Hilfe ihres allseits geschätzten Gatten Alfons Gottfried gebraucht hätte. Aber dieser hatte sich mal wieder aus dem Staub gemacht. Immer wenn ihr Nachwuchs geboren war verdünnisierte er sich. Das Kindergeschrei war ihm zu wieder, und Nahrung für die Kleinen zu besorgen war auch nicht seine Passion. Lieber sich selbst den Bauch Vollschlagen, war seine Devise. Also musste sie wieder einmal alles alleine bewerkstelligen. Na ja, das war eben mal so bei Mausens. Die Männer verdufteten immer, wenn es ans arbeiten ging. Henriette Friederike seufze tief und dabei vielen ihr sogar die Augen zu.

Ein lauter Knall weckte sie. Sie erschrak. Oh so spät schon, also los. Zum, Glück hatte sie nicht zu lange geschlafen. Sie rannte los, um die Drillinge aus dem Kindergarten zu holen. Unterwegs wollte sie noch schnell im Heizkeller vorbei gehen, denn dort hatte die alte Dame den diesjährigen Vorrat an Wallnüsse zum Trocknen aufgestellt. Dort nahm sie wenn sie vorbeikam immer mal eine mit. Man wußte ja nie wie es im Winter mit der Nahrung wird. Außerdem waren diese sehr lecker und man gönnt sich ja sonst nichts, dacht Henriette Friederike. Die Kleinen warteten schon auf die Mäusemama und waren sehr hungrig und hatten nur Dummheiten im Kopf. Henriette Friedericke musste sie immer wieder auf dem Heimweg ermahnen. Als sie in den Wintergarten der alten Dame durch ihren Eingang hinein huschten, saßen dort gerade drei Leute bei Café und Kuchen. Oh wie schön dachte Henriette Friederike, da werden bestimmt einige Krümel für mich und die Drillinge vom Tisch fallen.

Seit leise ermahnte sie noch die Kleinen, bevor sie durch das Loch ins innere des Wintergartens schlüpften. Sie rannten so schnell sie nur konnten los um in ihr Versteck zu kommen. Doch oh Schreck, der ältere Herr mit der Schirmmütze und den dicken Arbeitsschuhen hatte sie entdeckt. Da… da, schrie er los……schau eine Maus und auch noch die Jungen. Die haben es aber eilig meinte er noch. Und dann war Henriette Friederike bereits in ihrer Behausung verschwunden. Ihr Herz klopfte schrecklich. Was mache ich nun? dachte sie. Sie wollte keine Angst zeigen, besonders nicht vor ihren Kleinen. Ach dann gibt es eben heute Reste die wir noch übrig haben von gestern, meinte sie zu den Mäusekindern. Doch denen war alles egal. Sie waren immer noch außer Rand und band und einfach hungrig.

Nach dem Essen gingen die Drillinge gleich schlafen. Doch Henriette Friederike dachte nur noch daran wie sie zu etwas essbarem für sich und die Kinder kommen werde. In der Zwischenzeit war der Besuch der alten Dame gegangen. Diese jedoch hatte sich von ihrem Gästen dazu ermuntern lassen eine Falle aufzustellen. Und das tat sie auch. Als Henriette Friederike in der Dunkelheit ihre Behausung verließ stand mitten auf dem Weg den sie sonst immer nahm, eine Falle. Oh wie roch das gut. Leckeres Müsli war dort eingelegt. Henriette Friederike sah nach, ob sie versuchen sollte hier sich davon etwas zu holen. Sie ging auf die Falle zu, doch die war ja nun absolut, oder Gott sei Dank viel zu klein für sie um dort hinein zukommen. Sie selbst hatte nach all den vielen Geburten mächtig zugelegt und so hatte sie das Glück hier nicht gefangen zu werden. Außerdem hatte sie schon so manche Erfahrung mit Fallen hinter sich gebracht. Zum Glück ist sie nie in eine geraten, Azu war sie einfach z schlau. Sie wußte worauf man achten musste. Im vorbeigehen kam es auf einen kleinen Versuch an, doch dabei schob sie die Falle mit ihrem Gewicht weg. Nun war der Weg frei um anderswo Leckereien für sich und die Kleinen aufzutreiben. Nur musste sie den Mäusekindern sagen, dass sie einen großen Bogen um die Falle machen müssen, sonst werden sie gefangen und die alte Dame werde sie dann weit wegbringen auf die Wiese zum Nachbarn. Das sollte nicht passieren. Bei diesem Gedanken machte sich Henriette Friederike auf den Weg neue Nahrung für sich und die Mäuskinder zu besorgen.

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